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Tag 15: Make Climate Great Again

© Michael Schehl / WWF

Tag 15: Make Climate Great Again

 

Wir sind da. Marrakech empfängt uns mit einem Fahnenmeer. Alle 50 Meter ein grüner Stern auf rotem Grund. Man hat sich herausgeputzt. Die Welt ist zu Gast in einer Stadt, die modern sein will und es vielerorts auch ist. Leider gilt das nicht für den Straßenverkehr. Hier gilt das Gesetz des Dschungels und wir sind froh, dass wir irgendwann einen halbwegs sicheren Parkplatz für unser Gefährt finden.

Auf dem Klimagipfel herrscht, trotz allgemeiner „Trump-Phobie“, dann eine sehr entspannte Atmosphäre. Es hat etwas von Familientreffen. Neben der WWF-Delegation treffen wir Kollegen von Nabu und Greenpeace und natürlich auch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die uns mit einer Truppe von deutschen Journalisten im Schlepptau schon erwartet.

Umweltministerin Hendricks getroffen. Sonst hätte sich die lange Fahrt nach Marrakesch ja nicht gelohnt. Geschafft! Wir sind in Marrakesch. © Michael Schehl / WWF

Umweltministerin Hendricks getroffen. Sonst hätte sich die lange Fahrt nach Marrakesch ja nicht gelohnt. © Michael Schehl / WWF

Die Ministerin wirkt recht gelassen. Den Ärger um ihr weichgespültes Klimaschutzpaket hat sie offenbar in Deutschland gelassen. Mitfahren will sie allerdings trotzdem nicht. Den Platz auf dem Sozius übernehmen dagegen ein paar marokkanische Jungs, mit denen ich über das Konferenzgelände fahre. Die haben sicher was zu erzählen. Anders als bei vorherigen Klimaverhandlungen ist hier ein Teil des Areals öffentlich zugänglich. Gute Idee: Die Leute machen rege davon Gebrauch. Es herrscht eine Messe-Atmosphäre.

Dann noch Posieren fürs Abschlussfoto und der offizielle Teil unseres Klimatrips ist zu Ende. Die Ergebnisse der Verhandlungen sind nicht zum Niederknien, aber wir sind auch nicht unzufrieden. Man ist ein Stück vorangekommen, auch wenn der Klimawandel noch immer schneller ist als die Politik.

Nicht nur die Deutsche Welle war an unserer Reise interessiert. © Michael Schehl / WWF

Nicht nur die Deutsche Welle war an unserer Reise interessiert. © Michael Schehl / WWF

Wir gönnen uns noch einen Abstecher in die Altstadt, die Medina, ohne unser E-Motorrad. Die engen Gassen von Marrakech gehören zum UNESCO- Weltkulturerbe und sind ein absolutes Highlight. Die kleinen Läden und Geschäfte sind ein Augenschmaus und zugleich eine olfaktorische Herausforderung. Die Luft ist geschwängert von einem Gemisch aus Gerüchen. Uns umhüllt ein Geruch aus edlen Gewürzen und vergammeltem Fleisch. Es riecht nach Fisch, Pferdeäpfeln und dem Duft der Holzfeuer der Garküchen. Ab und zu ein Hauch von Zedernholz gemischt mit den Abgasen der omnipräsenten Zweitakter. Aromatherapie für Fortgeschrittene! Gut, dass wir im November und nicht im Hochsommer hier sind.

Morgen geht es wieder nach Hause. Da riecht es dann wahrscheinlich schon allmählich nach Weihnachtsplätzchen und Glühwein. Auch nicht schlecht. Der nächste Klimagipfel findet 2017 unter der Präsidentschaft der Fidji-Inseln in Bonn statt. Das sollte mit unserer Zero DSR doch locker zu machen sein. Und die vielen engagierten Leute, die wir auf unserer eTour getroffen haben, machen Mut, dass wir das mit dem Klimaschutz auch noch auf die Reihe bekommen.