Neue Energie-Unternehmen beherrschen IT und Energie gleichermaßen. Sie koordinieren Solar-Module und Windräder mit Wärmepumpen, thermischen Speichern und Batterien für ihre Privat- und Geschäftskunden, die ihrerseits zwischen ihren Rollen als Energienutzer und Energieanbieter hin- und herpendeln.
Auch die Konzerne, die das fossil-nukleare Energiezeitalter prägten und lange verteidigten, erkennen mittlerweile, wohin die Reise geht. Der große französische Energiekonzern Engie (der kürzlich noch unter „GDF Suez“ firmierte) spricht von der „Miniaturisierung der Energiewirtschaft“ und erklärt: „Die neue Ära ist dezentral, ohne Kohlenstoff und digitalisiert.“
Ob allerdings in einem solchen System auf Dauer überhaupt noch Platz ist für klassische Energieversorger, bezweifeln viele Experten. Lange galt das Problem der Stromspeicherung als Achillesferse der Energiewende. Doch inzwischen kommen Lösungen von zwei Seiten. Zum einen bringen eine verbesserte Marktsteuerung und der Um- und Ausbau der Stromnetze Entlastung. Zum anderen sinken die Kosten für Batteriespeicher ähnlich rasant wie zuvor schon die Kosten für Solarenergie.
Batterien und Elektroautos könnten schneller als erwartet sowohl den Energiemarkt als auch den Automarkt aufmischen. Die Kombination aus Solaranlage auf dem Dach, der Batterie im Keller und dem Elektroauto vor der Tür könnte sich schon in wenigen Jahren für viele Verbraucher rechnen – auch ohne öffentliche Förderung. So ließe sich auch das Problem der schwankenden Solarstromerzeugung weitgehend lösen.
Die Energiewende wird sich noch schneller in Richtung Dezentralität und Digitalisierung entwickeln, wenn die Batteriepreise zügig fallen. Die Ankündigung des US-Unternehmers Elon Musk, die Batteriepreise mit der neuen Tesla-Batterie zu halbieren, weisen in diese Richtung.