Tag 1: Abfahrt in Berlin – kalt, kälter, E-Motorrad
Vor fünf Wochen hatten wir die Idee, wir könnten mit einem Elektromotorrad zur Klimakonferenz nach Marrakesch fahren. Eine tolle Möglichkeit, Fortschritte und Hürden der Energiewende nachvollziehbar und erfahrbar zu machen. Wie wird das werden, vor wenigen Wochen hatten wir keine Vorstellung, was für Elektro-Motorräder es überhaupt gibt. Jetzt steht sie das: Eine Zero DSR. Kein Auspuff. Keine Kupplung , kein Tank und erst recht kein Kickstarter. Dafür aber in 3,5 Sekunden von Null auf Hundert. Angeblich. So richtig getraut habe ich mich noch nicht. Wir gewöhnen uns allmählich aneinander. Vor wenigen Tagen: Probefahrt. Ideales Motorradwetter. November in Berlin: Nieselregen, Kopfsteinpflaster und fallende Blätter. Der Akku war nach 25 Kilometern um zwei Prozent leerer, meine Hose um 98 Prozent nasser. Aber schon irgendwie ziemlich geil. By the way: die Kiste ist so leise – wo ist eigentlich die Hupe?
Wir starten vor dem Kanzleramt in Berlin. © Robert Günter / WWF
Heute geht es nun endlich los. Vorm Kanzleramt in Berlin fällt der „Startschuss“. Schönstes Novemberwetter, aber es ist verdammt kalt. Diese Motorradklamotten sehen zwar immer dick aus, halten aber nur Stürze gut ab. Da müssen mindestens zwei Lagen drunter. Hoffentlich wird das noch wärmer in Richtung Marokko.
Bis Marrakesch warten aber noch ein paar Stationen in Deutschland, Frankreich und Spanien auf uns. Denn wir besuchen auf der Tour verschiedene Energiewende-Projekte und sprechen mit den Menschen vor Ort. Viele von ihnen arbeiten bereits an einer sauberen Energiezukunft. Wir wollen zeigen: Die Energiewende ist überall auf dem Weg und für den Klimaschutz ein entscheidender Faktor. In Marrakesch, beim Klimagipfel, wird ja das große Ganze besprochen: welche Rahmenwerte gibt es, welche Länder müssen wie schnell was umsetzen, finden Ausgleichszahlungen statt und und und. Das ist wichtig und richtig. Aber praktisch umsetzen und machen, müssen es die Menschen. Und die wollen wir kennenlernen.
Los geht´s auf der ersten Etappe nach Jänschwalde – wo wir mit dem Braunkohletagebau einen Dinosaurier der Energieversorgung besuchen werden – und nach Feldheim in Brandenburg. Das genaue Gegenteil: Ein Dorf das sich zu 100 Prozent selbst mit erneuerbaren Energien versorgen kann.
Unser Team für Marrakesch: Frank und Jörn. © Robert Günter / WWF


